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Brothers Keepers - Lightkultur (CD) 
Wea 0809274304629 
 
Genre: Hip Hop 
Recorded: 2002 
Released: 2002 
 
Tracks: 1. Afrob, Maurice & Sekou - Red, Black & Green 2. Chichi & Chima - Das Licht 3. Sonia & Pritt, Brooke Russell, Vanessa Mason, Btina, Meli, Onejiru - Sister 4. Xavier Naidoo, Jan Meek & Bantu - Don't Give Up 5. Sam Melfire - Schwarze Stadt (Skit) 6. Sisters Keepers - Liebe & Verstand 7. Torch, Sekou & Afreekanoso - Triple Rois 8. Germ & Ebony Prince - Mensch 9. D Flame, Tone & Sugar - Zivilcourage 10. Ziggy Marley, Bunny Wailer & Morgan Heritage - I Know You Don't Care 11. Samy Deluxe & Brooke Russell - Sag Mir Wie Es Waere 12. Shashamani Band (feat. Patrice) - It 13. Tyron Ricketts - Afrodeutsch 14. Akanni & Ono - Fire In The Sky 15. Brothers Keepers UK - Rise Up (You Fighters) 16. Brothers Keepers - Adriano. 16 brandneue Tracks von über vierzig Künstlern liefert uns das neue Album "Lightkultur' des Brothers Keepers e.V. Sowohl musikalisch als auch inhaltlich eine herausragende Platte, die spüren lässt, in welchem Lande man hier lebt, die auf verschiedenen Ebenen und auf völlig unterschiedliche Art und Weise Rassismus und afrodeutsche Identität thematisiert. Von Rap über Soul, Reggae und Dancehall bis R'n'B wird einem alles geboten, und das auf musikalisch höchstem Niveau. Viele Songs schrauben sich schon beim erstmaligen Hören tief in die Hirnrinde, so zum Beispiel "Don't Give Up' mit Bantu, Xavier Naidoo und Jan Meek, aber auch der hörspielartige Track "Zivilcourage', auf dem neben D Flame und den Sugarcanes der Frankfurter Rapper Tone, der ungekrönte Flowkönig des deutschsprachigen Rap, zu hören ist. Ein weiterer Höhepunkt ist das Stück der Brothers Keepers UK, "Rise Up You Fighters', das auf unvergleichliche Weise die Power und Ästhetik proletarischer Straßensongs mit harten stylischen Rapskills kombiniert. Damit wäre eigentlich das Wesentliche zu diesem Release gesagt, wenn Brothers Keepers nach dem Charterfolg von "Adriano ... Letzte Warnung' nicht im Zentrum einer Debatte stehen würden, die sich seit Beginn dieses Jahres bedenklich zuspitzt. Im "Deutschrap' zeichnete sich in der Battle- und Disskultur schon im letzten Jahr eine Enttabuisierung rassistischer und nationalistischer Metaphern ab. So gewann den VIVA-'Mixery Raw Deluxe Battle' in Stuttgart ein MC, der an diesem Abend unter anderem folgende Zeilen zum besten gab: "Ich seh' schon an deinen Schlitzaugen, dass du scheiße bist und deine Raps nichts taugen, das ist mein Land.' Auf einem HipHop-Sampler aus Hannover - mit dem sympathischen Titel "Streitkraft' (Ill Vibe Recordings) - vermutet gleich im ersten Song ein MC namens Denana: "Zu viele Bitches scheffeln Geld und Fame mit Niggerbonus', und aus Dresden erreichen uns Zeilen wie: "Skillz en Masse, ab ins Gas.' In den Reaktionen auf den Charterfolg von "Adriano ... Letzte Warnung' vermischen sich inzwischen in vielen Fällen Neid über den kommerziellen Erfolg mit unverhohlenem Rassismus. Plötzlich ergibt sich für Newcomer oder erfolglose Deutschrapkids die Möglichkeit, aus einer Undergroundposition heraus den Erfolg eines afrodeutschen Projekts wie Brothers Keepers mit rassistischen Battlelyrics zu attackieren. Dies passiert schon, und diese Attacken werden zunehmen. Deshalb ist die unbedingte Solidarität mit Brothers Keepers dringender denn je. Gleichzeitig jedoch ist es nötig, kritisch über die Strategie zu diskutieren, für die sich das Projekt in Zukunft entscheiden wird. Viele namenhafte Rapper mit migrantischem Hintergrund haben von Beginn an mit Brothers Keepers sympathisiert. Es besteht immer noch die Chance, der Artikulation antirassistischen Widerstandes in Deutschland eine breite Verankerung zu geben. Afrob beispielsweise begrüßt die Zuhörer auf dem Album-Eröffnungstrack mit "Merhaba', aber: es wurden keine türkischstämmigen Künstler mit ins Boot genommen. Mit dem Bestreben, die afrodeutsche Community und afrodeutsches Bewusstsein zu stärken, erfüllt Brothers Keepers unbestreitbar eine wichtige Aufgabe. Aber gerade der Erfolg von "Adriano ... Letzte Warnung', das Aufhorchen jener vergessenen Generation, die im Jugendhaus hockt und 2Pac hört, die Freude darüber, dass Rapper wieder etwas Relevantes zu sagen haben und keinen Airplay mehr mit Kinderabzählreimen verschwenden, all diese Reaktionen legen es nahe, jetzt die Gemeinsamkeiten zu betonen und nicht die Verschiedenheiten. Die Logik des nationalen Diskurses zielt auf ein Patchwork der Minderheiten, um es reaktionär in der Losung "Separation Means Peace' aufzulösen. Das larmoyante Interesse der deutschen Mehrheitsgesellschaft an der Selbstfindung ihrer ethnischen Minderheiten hatte immer schon einen bitteren Beigeschmack. Die Kehrseite der Sentimentalität ist die Brutalität, und dieser Logik entkommt man nur, wenn man sich den gewünschten Stereotypen verweigert. Das tut zum Beispiel der Sisters-Keepers-Song "Liebe Und Verstand' nicht (der sich als Vorgeschmack für das geplante Sisters-Keepers-Album auf dem aktuellen BK-Release findet), im Gegenteil, er unterstützt zusätzlich das Klischee der verständigen, vermittelnden Frau, die uns mit Liebe und Verstand ihre Hand reicht - im Gegensatz zum aggressiven Mann, der mit geballten Fäusten droht. Solche Statements reihen sich nahtlos ein in einen unkritischen Mainstream, der sich für Inhalte nicht interessiert. Brothers Keppers haben es mit "Adriano ... Letzte Warnung' geschafft, mit antirassistischen Inhalten in den Charts anzukommen. Auf dem Projekt lastet eine enorme Verantwortung, denn es muss jetzt darum gehen, den Schulterschluss mit anderen antirassistisch engagierten Künstlern und Künstlerinnen herzustellen. Andernfalls droht die Versandung im Mainstream. It ain't no black thing, it ain't no white thing, it's just a fight thing! (Hannes Loh / Intro - Musik & so) 
14.99 EUR